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Strato,
Lucius,
Dardanius,

Pindarus, Diener des Cassius.

Calpurnia, Gemahlin des Caesar.

Portia, Gemahlin des Brutus.

Senatoren, Bürger, Wache, Gefolge u. f. w.

Die Scene ist einen großen Teil des Stücks hindurch zu Rom, nachher zu Sardes und bei Philippi,

1

Erster Aufzug.

Erste Scene.

Rom. Eine Straße.

Flavius, Marullus und ein Haufe von Bürgern. Flavius. Packt euch nach Haus, ihr Tagediebe! fort! Ist dies ein Feiertag? Was? wißt ihr nicht, Daß ihr als Handwerksleut' an Werkeltagen Nicht ohn' ein Zeichen der Hantierung dürft Umhergehn? - Welch Gewerbe treibst du? sprich!

Erster Bürger. Nun, Herr, ich bin ein Zimmermann. Marullus. Wo ist dein ledern Schurzfell und dein Maß? Was machst du hier in deinen Sonntagskleidern? — Ihr, Freund, was treibt ihr?

Zweiter Bürger. Die Wahrheit zu gestehn, Herr, gegen einen feinen Arbeiter gehalten, mache ich nur, sozusagen, Flickwerk.

Marullus. Doch welch Gewerb? Antworte gradezu.

Zweiter Bürger. Ein Gewerbe, Herr, das ich mit gutem Gewissen treiben kann, wie ich hoffe. Es besteht darin, einen schlechten Wandel zu verbessern.

Marullus. Welch ein Gewerb, du Schuft? welch ein Gewerb?

Zweiter Bürger. Nein, ich bitte euch, Herr, laßt euch die Geduld nicht reißen. Wenn aber ja was reißt, so gebt euch nur in meine Hand.

Marullus. Was meinst du damit? Mich in deine Hand geben, du naseweiser Bursch?

Zweiter Bürger. Nun ja, Herr, damit ich euch flicken kann. Flavius. Du bist ein Schuhflicker, nicht wahr?

Zweiter Bürger. Im Ernst, Herr, ich bin ein Wundarzt für alte Schuhe: wenn's gefährlich mit ihnen steht, so mache ich sie wieder heil. So hübsche Leute, als jemals auf Rindsleder getreten, sind auf meiner Hände Werk einhergegangen.

Flavius. Doch warum bist du in der Werkstatt nicht? Was führst du diese Leute durch die Gassen?

Zweiter Bürger. Meiner Treu, Herr, um ihre Schuhe abzunußen, damit ich wieder Arbeit kriege. Doch im Ernst, Herr, wir machen Feiertag, um den Caesar zu sehen, und uns über seinen Triumph zu freuen.

Marullus. Warum euch freun? Was hat er wohl erobert ? Was für Besiegte führt er heim nach Rom, Und fesselt sie zur Zier an seinen Wagen? Ihr Blöd'! ihr Steine! schlimmer als gefühllos! harte Herzen! arge Männer Roms! Habt ihr Pompejus nicht gekannt? Wie oft Stiegt ihr hinan auf Mauern und auf Zinnen, Auf Türme, Fenster, ja auf Feueressen, Die Kinder auf dem Arm, und saßet da Den lieben langen Tag, geduldig wartend, Bis durch die Straßen Roms Pompejus zöge? Und saht ihr seinen Wagen nur von fern, Erhobt ihr nicht ein allgemeines Jauchzen, So daß die Tiber bebt' in ihrem Bett, Wenn sie des Lärmens Widerhall vernahm An ihren hohlen Ufern?

Und legt ihr nun die Feierkleider an?

Und spart ihr nun euch einen Festtag aus?

Und streut ihr nun ihm Blumen auf den Weg,
Der siegprangt über des Pompejus Blut?

Hinweg!

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