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HANDBUCH

DES

RÖMISCHEN CHORAL-GESANGES

ZUM GEBRAUCHE FÜR

CHORAL-SÄNGER UND ORGANISTEN

HERAUSGEGEBEN VON

JOSEPH ZANGL,

F. B. SECRETÄR UND DOM-ORGANISTEN IN BRIXEN, MAESTRO COMPOSITORE ONORARIO DER PĂPSTL.

MUSIK-ACADEMIE DI S. CĂCILIA IN ROM.

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BRIXEN.
DRUCK UND VERLAG VON A. WEGER’S BUCHHANDLUNG.

1868.

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MISSALE.

Vas Missale, der zweite Theil des Handbuches des römischen Choral-Gesanges zum Gebrauche für Organisten, enthält jene verschiedenen Choral-Melodien, die während der Feier des heiligen Messopfers theils vom celebrirenden Priester allein, theils vom SängerChor gesungen werden. Im Handbuche konnte nur eine kleine Auswahl dieser erhabenen Gesänge wegen grosser Mannigfaltigkeit Platz finden.

Die Gesänge selbst ordnen sich nach den verschiedenen Theilen der Messe.

§ 1.

Kyrie.

Den Anfang bildet der Introitus (Eingang), welcher 3 Theile hat: die Antiphon, den Psalmenvers und das Gloria Patri, nach welchem die Antiphon wiederholt wird. Unmittelbar auf den Introitus folgt das Kyrie eleison; dasselbe besteht aus vier Anrufungen:

a) Kyrie eleison (3mal),
b) Christe eleison (3mal),
c) Kyrie eleison (2mal),

d) Kyrie eleison (1mal), von welchen die erste und zweite Anrufung dreimal, die dritte zweimal, die vierte einmal zu singen ist; nur die Messe de Beata Maria Virgine macht hievon eine kleine Ausnahme.

Das Kyrie ist zum Wechselgesang bestimmt, und dieser kann verschiedenartig erzielt werden, indem entweder ein stärkerer Chor mit einem schwächeren, Männerstimmen mit Knabenstimmen, wechselt, und die letzte Anrufung gemeinschäftlich singt; oder die 1. und 2., 4. und 5., 7. und 8. Anrufung von Solo-Stimmen, die 3., 6. und 9. vom Chore gemeinschäftlich vorgetragen wird. Abwechslung bringt der Organist hervor, dass er die ChoralMelodien des Kyrie mit sanften Registern begleitet, oder, dass er, wenn die Melodien ohne Begleitung gesungen werden, im gemässigten Tempo zwischen denselben geeignete Orgelsätze vorträgt.

Ist bei der Messe de feria eine Prophetie zu lesen, so singt der Priester vor der Oration, welche dieser vorhergeht, Oremus; der Diakonus: Flectamus genua und der Subdiakonus: Levate. Die Prophetie wird in demselben Tone gelesen und geendet. Bei dem Punkte fällt die Melodie in die Unterquint, bei einsilbigen und hebräischen Wörtern aber in die kleine Terz und steigt wieder in die Dominante hinauf. Die Frage wird durch einen Halbton ausgedrückt.

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