Goethes Werke: Vollstandige Ausgabe letzter Hand, Band 9

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Seite 3 - Denn ach, mich trennt das Meer von den Geliebten Und an dem Ufer steh" ich lange Tage, Das Land der Griechen mit der Seele suchend, Und gegen meine Seufzer bringt die Welle Nur dumpfe Töne brausend mir herüber.
Seite 161 - So selten ist es, daß die Menschen finden, Was ihnen doch bestimmt gewesen schien, So selten, daß sie das erhalten, was Auch einmal die beglückte Hand ergriff! Es reißt sich los, was erst sich uns ergab, Wir lassen los, was wir begierig faßten. Es gibt ein Glück, allein wir kennen's nicht: Wir kennen's wohl und wissen's nicht zu schätzen.
Seite 205 - Du sollst dich selbst uns freundlich überlassen. Wir wollen nichts von dir, was du nicht bist, Wenn du nur erst dir mit dir selbst gefällst. Du machst uns Freude, wenn du Freude hast, Und du betrübst uns nur, wenn du sie fliehst; Und wenn du uns auch ungeduldig machst, So ist es nur, daß wir dir helfen möchten Und, leider!
Seite 146 - Und -weiht dich der Vergänglichkeit ! Es ist Erlaubt, das holde Zeichen unsrer Schwäche. Wer weinte nicht, wenn das Unsterbliche Vor der Zerstörung selbst nicht sicher ist ? . Geselle dich zu diesem Degen, der Dich leider nicht erwarb! um ihn geschlungen, Ruhe, wie auf dem Sarg der Tapfern, auf Dem Grabe meines Glücks und meiner Hoffnung! Hier leg...
Seite 3 - Weh dem, der fern von Eltern und Geschwistern Ein einsam Leben führt! Ihm zehrt der Gram Das nächste Glück vor seinen Lippen weg, Ihm schwärmen abwärts immer die Gedanken Nach seines Vaters Hallen, wo die Sonne Zuerst den Himmel vor ihm aufschloß, wo Sich Mitgeborne spielend fest und fester Mit sanften Banden aneinander knüpften. Ich rechte mit den Göttern nicht; allein Der Frauen Zustand ist beklagenswert. Zu Haus und in dem Kriege herrscht der Mann, Und in der Fremde weiß er sich zu helfen.
Seite 103 - Ein edler Mensch kann einem engen Kreise Nicht seine Bildung danken. Vaterland Und Welt muß auf ihn wirken. Ruhm und Tadel Muß er ertragen lernen. Sich und andre Wird er gezwungen recht zu kennen. Ihn Wiegt nicht die Einsamkeit mehr schmeichelnd ein. Es will der Feind — es darf der Freund nicht schonen; Dann übt der Jüngling streitend seine Kräfte, Fühlt, was er ist, und fühlt sich bald ein Mann.
Seite 59 - O bleibe ruhig, meine Seele! Beginnst du nun zu schwanken und zu zweifeln? Den festen Boden deiner Einsamkeit Mußt du verlassen! Wieder eingeschifft, Ergreifen dich die Wellen schaukelnd, trüb Und bang verkennest du die Welt und dich.
Seite 50 - Ihr Götter, die mit flammender Gewalt Ihr schwere Wolken aufzuzehren wandelt Und gnädig-ernst den lang erflehten Regen Mit Donnerstimmen und mit Windesbrausen In wilden Strömen auf die Erde schüttet, Doch bald der Menschen grausendes Erwarten In Segen auflöst und das bange Staunen In Freudeblick und lauten Dank verwandelt, Wenn in den Tropfen...
Seite 209 - Zerbrochen ist das Steuer, und es kracht Das Schiff an allen Seiten. Berstend reißt Der Boden unter meinen Füßen auf! Ich fasse dich mit beiden Armen an! So klammert sich der Schiffer endlich noch Am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.
Seite 127 - Nicht weiter, Tasso! Viele Dinge sind's Die wir mit Heftigkeit ergreifen sollen: Doch andre können nur durch Mäßigung Und durch Entbehren unser eigen werden. So sagt man sei die Tugend, sei die Liebe Die ihr verwandt ist. Das bedenke wohl!

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