Aus Weimars klassischer und nachklassischer Zeit: Erinnerungen eines alten Schauspielers

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Lutz, 1904 - 374 Seiten
 

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Beliebte Passagen

Seite 106 - Nun sind wir da angekommen, wohin ich Euch haben wollte ; Natur und Kunst sind jetzt auf das engste miteinander verbunden.
Seite 97 - Dahinscheiden. Als ich seine Befehle eingeholt hatte, wollte ich mich entfernen, da rief er: „Noch eins! Sagt dem, der die sonderbare Annonce über den Tod meines Freundes verfaßt hat, er hätte es sollen bleiben lassen! Wenn ein Schiller stirbt, bedarf es dem Publikum gegenüber wegen einer ausgefallenen Theatervorstellung keiner Entschuldigung.
Seite 103 - Trotz allen Rügen Goethes bei den Proben war er aus seinem breitspurigen Redegang nicht herauszubringen, und den kurzen Imperativ bei ihm anzubringen, wäre wahrlich ganz in der Ordnung gewesen, denn das Zerren und Dehnen war nicht zu ertragen.
Seite 128 - Ein langer, grünbehangener Tisch stand in der Mitte von Goethes Empfangszimmer. Obenan nahm er seinen Platz; ihm gegenüber, am Ende der Tafel, der Regisseur. Zur Rechten von Goethe saß die Wolff, zur Linken Oels; die übrigen reihten sich der Ordnung gemäß an; der junge Nachwuchs bildete den Schluß. Ich hatte die Ehre, neben meinem Papa zu sitzen. Vier Exemplare lagen auf dem Tisch, wovon eines Goethe, ein zweites mein Vater und die beiden anderen die Wolff und Oels in Besitz nahmen. Mein Vater...
Seite 179 - Haben Sie tausend Dank für diese großartige künstlerische Leistung ! » auf die Stirn küßte ; dann fuhr er fort: «Ich habe diese Komposition früher einmal gehört, wo sie mir gar nicht zusagen wollte, aber so vorgetragen, gestaltet sich das Ganze zu einem sichtbaren Bild.
Seite 50 - Jakob soll ich heißen ? Ein Knabe sein ? - Das glaubt kein Mensch. Wie viele werden nicht mich sehn und kennen, Besonders die, die mich als kleine Christel Mit ihrer Freundschaft, ihrer Gunst beglückt.
Seite 126 - Da ramm! in einem tiefen Tone. Ich wußte nun, was er wollte, und auf sein Verlangen wiederholte ich das Lied. Er war zufrieden und sagte: So ist es besser! Nach und nach wird es dir schon klar werden, wie man solche Strophenlieder vorzutragen hat.
Seite 59 - Sie sich anders um; ich kann keinen Liebhaber brauchen, dessen Geliebte ihm nur bis an den Nabel reicht.
Seite 68 - Der Mann kann ja kein Wort von seiner Rolle; wie will er denn den Maebeth spielen? Sollen wir uns vor den höchsten Herrschasten und dem Publikum blamieren? Man sistiere das Stück für morgen, und Sie brauchen das Warum weder vor Herrn Vohs noch dem Personal zu verschweigen.
Seite 131 - Aurelianus gefangen zu nehmen und nur wenige Worte zu sprechen hat. Mit großer Sicherheit trat ich aus der vierten Kulisse heraus und schritt mit Würde über die Bühne, um die Heldentat, die Gefangennahme des Aurelianus, zu vollbringen. Da ertönte es: »Schlecht! So nimmt man keinen Kaiser gefangen. Noch einmal!

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