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Der Sabbath.

1.
Du bist eine Himmelsgabe,
Tag der weihevollen Ruh'!
Nach der Arbeit Geisteslabe
Führst Du uns dem Heile zu.
Selig, wer Dich recht geniesst,
Stiller Sabbath, sei gegrüsst!

Ziehe ein, Du Lust der Tage,
Dich begrüsset unser Chor;
Komm, o Sabbath, komm und trage
Unser Herz zu Gott empor.
Der Du uns geheiligt bist,
Stiller Sabbath, sei gegrüsst!

2.
Heilge Sabbath-Ruhe,
O dich grüsst des Frommen Mund:
Du thust Gottes Lieb' ihm kund,
Die ihn leitet himmelwärts
Und beseligt Geist und Herz.

Heil’ge Sabbath-Freude!
O zieh' ein in uns're Brust,
Werd' uns reine Seelenlust;
Und in frommer Andacht Chor
Trag' uns hoch zu Gott empor!

Vater in den Höhen!
Blick von Deinem heil'gen Thron
Nieder auf den Erdensohn;
Dieser Tag sei Dir geweiht,
Sei uns Bild der Ewigkeit.

H. G.

Senkt die Seele ihre Schwingen,
Von dem Erdenwerke matt,
Kommt der Sabbath ihr zu bringen
Trost, den Gott gesendet hat.

Meine Seele tauche nieder
In den Quell, der Labung schafft;
Sing' dem Sabbath fromme Lieder,
Er verjünget deine Kraft.

Meine Seele heb' die Schwingen!
Dank' dem Ew'gen inniglich,
Dich kann nie der Staub bezwingen,
Denn der Sabbath kämpft für dich.

Wenn des Sabbaths Feierstille
Unser Herz mit Lust erfüllt,
Und aus hehrer Freudenfülle
Jedem Frommen Labung quillt;
Dann ertönen Freudenlieder,
Heilger Gottesruf erschallt,
Und die Andacht übet wieder
Ihre himmlische Gewalt.

Heil ger Gott, zu Deinen Sphähren
Schwinget freudig sich der Geist,
Deinen Namen zu verehren,
Den das ganze Weltall preist !
Lass', so oft wir hier uns finden,
Deinen Segen uns umfah'n,
Lass' uns reiner stets von Sünden
Deinem heilgen Tempel nah'n.

H. G..

Du richtest unser Streben Nach Dir, o Gott und Herr! Und weihest unser Leben Durch Deine Gnadenlehr'.

All unser Werk hienieden
Ist eitel und verfehlt,
Wo nicht in stillem Frieden
Der Geist die Tage zählt.

Wo nicht die Seel sich lenket
Dem ew'gen Reiche zu,
Und Heiligkeit sich senket
In's Herz voll Sabbathruh'.

Drum höre unser Flehen, Dass Heil uns werden mag, Lass Deinen Geist uns wehen An diesem Sabbathtag.

6.

Wieder ist des Sabbaths Lust Segnend uns beschieden; Friede schmückt der Beter Brust, Hoher Sabbathfrieden.

Sabbath führt aus Sturmgebraus, Aus der Welt Getriebe Dich zurück in's Vaterhaus, Heim zum Gott der Liebe.

Lass der Sorgen schwere Last
Nun vom Herzen sinken;
Hier ist Ruhe, hier ist Rast
Trost und Hoffnung winken.

Hast du dich von Gott entfernt
In dem Kampf hienieden,
Und der Andacht Wort verlernt
Athme Sabbathfrieden!

In des Lebens Kampf hinaus
Tön' des Sabbaths Mahnung:
Tragt hinein in Welt und Haus
Meines Friedens Ahnung!

Wo du weilst in Freud' und Leid,
Ringst im Kampf hienieden,
Ewig sei dein Herz geweiht
Von des Sabbaths Frieden!

M. K.

Die Schatten des Abends sinken
Nieder auf Flur und Au;
Die Erde will Ruhe trinken,
Des Friedens labenden Thau.

O Mensch, es ist Gottes Wille
Erde von Erde bist du
Der Arbeit folgt Sabbathstille,
Ein Tag und ein Abend der Ruh'.

Es leuchten viel strahlende Kerzen
In des Tempels mächtigem Raum,
Ein Sinnbild der Menschenherzen,
Umdüstert vom Erdentraum.

Verdunkelt sind Herzen und Geister, Von des Alltags Wogen umkreist; Am Sabbath erlöst sie ihr Meister, Am Sabbath regieret der Geist.

Hinweg ist die Fessel genommen, Der Gram und die Sorge ist fern;

So jauchzet, ihr Seelen: Willkommen, Du Tag und du Abend des Herrn!

M. K.

Pessach.

Gott der Liebe, Gott der Macht, Dir sei Lob und Preis gebracht; Retter uns und treue Wacht, Freudenlicht in dunkler Nacht!

Du zerbrachst das Eisenband, Das die Sklaven hart umwand! Führtest uns mit mächt'ger Hand Aus der rauhen Knechtschaft Land.

Die versunken tief in Qual,
Nahmst Du Dir zum Volk der Wahl,
Dass sie Deiner Wahrheit Strahl
Tragen durch der Jahre Zahl.

Freudenlicht in dunkler Nacht,
Retten uns und treue Wacht:
Dir sei Lob und Preis gebracht,
Gott der Liebe, Gott der Macht!

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