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Wir lassen daher hier eine kleine Liste solcher ächten Pastö Wörter, die zum Grundstock der Sprache gehören, folgen, woraus leicht zu ersehen sein wird, wohin sie weisen.

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Die biblische Chronologie festgestellt nach den assyrischen Keilschriften.

Von

Prof. Dr. Julius Oppert*).

Die Assyrer von Ninive bezeichneten ihre Jahre nach gewissen hochgestellten Personen, gerade so wie die Athener ihre Jahre nach Archonten, die Homer nach Consnln rechneten. In Babylon dagegen zeigt sich von solcher Art der Bezeichnung keine Spur; alle uns in grosser Menge aus dieser Stadt erhaltenen Dokumente beweisen, dass, wie in Aegypten, die Chronologie sich nach den Regierungsjahren der einzelnen Herrscher bestimmte. Doch nicht allein die Keilschrifttexte, sondern auch das Zeugniss des berühmten astronomischen Canon des Claudius Ptolemäus geben uns Kenntniss von der gänzlichen Verschiedenheit, die in diesem Punkte zwischen den sonst so nahe verwandten Städten Ninive und Babylon obwaltete.

Die ninivitische Zeitrechnung, die wir in unzähligen Privatdocumenten angebracht finden, konnte nur dann im Volke Anwendung finden, wenn dasselbe eben die Reihenfolge dieser Archonten oder Eponymen, wie wir sie nennen, in ihrer stricten Ordnung verfolgen konnte. Es darf uns daher nicht Wunder nehmen, unter den zahlreichen assyrischen Monumenten auch solche zu finden, die einzig und allein zur Anfzählung der Eponymen bestimmt waren.

Unter den Ziegelfragmenten des britischen Museums hat man nun noch Bruchstücke von sieben verschiedenen, mehr oder weniger verstümmelt erhaltenen Texten. Von diesen geben vier nur die Reihenfolge der Namen, ohne dem Leser selbst das Almosen einer Ueberschrift zukommen zu lassen. Das einzige, was die unglaubliche Kargheit dieser Documente noch hat gestatten wollen, sind einzelne Striche zwischen den Linien, um die verschiedenen Herrscher anzudeuten '). Die freilich seither etwas vervollständigten Fragmente dieser vier Tafeln, die indessen dieselbe Zeitepoche behandeln, sind in dem Inschriftenwerke von Rawlinson und Norris wiedergegeben.

*) Vorgetragen in der Generalversammlung der D. M. G. zu Würaburg am 2. Oct. 1868.

1) Die Sterne in den Listen bedeuten, dass sich vor dem Namen ein Strich befindet, dass also der König in der vorhergehenden Eponymie den Thron bestiegen.

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