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Die drei folgenden Elemente *a^ sind ganz deutlich; den letzten Zug, wie b>, halte ich für Lj. Wollte man die ganze Gruppe von rechts nach links 1^**^1^, oder !ua,«1». oder von links nach rechts ^-!***il und dergl. lesen, so kommt kein irgend hier verwendbares Wort, geschweige ein Khalifenname heraus. Allenfalls könnte bei rückläufiger Lesung und indem für * ein * vom unkundigen Graveur geschnitten worden wäre, wie sich das auf der anderen Seite unseres Stückes zeigt, ein c)L*i«il oder 0„ln.lt mit den gebotenen Elementen combinirt werden; allein der Artikel vor diesem Eigennamen ist eine Ungeheuerlichkeit, die nicht von dem fremden Stempelschneider, sondern von der" arabischen Vorschrift hergeleitet werden müsste, die ich aber keinem arabischen Schreiber zumuthen kann. Meines Erachtens kann überhaupt kein zu dieser Stelle passendes arabisches Wort aus den gegebenen und hinlänglich deutlichen Zügen herausgebracht werden. Indem ich also hiervon absehe, diese Züge, wie sie sich dem unbefangenen Auge dar

stellen, rückläufig gelesen, als (jU^jl fasse und das ^Li.il oder ^UiuJI ausspreche, ergibt sich (vgl. chald. l^i»]« arab. Jy: und

li3-]-iN gr. dgctzfii}) ein mit dem griechischen vöfiiafia so nahe zusammen klingendes Wort, dass ich nicht zweifele, eben dieses in arabisirender Umformung hier vor mir zu haben. Im Gegensatz also zu dem bis zur Unterjochung Syriens durch die Araber currenten byzantinischen Gelde ist dieses Stück als ein vofiidfia — ein geläufiger Terminus — des Emir al-muminin benannt worden. — Das der Inhalt der Bildumschrift.

Der Rev. enthält das O auf vier Stufen mit dem Glaubenssymbole als Umschrift — darin Ias». st. »A=>5, am Ende Nj^~; unvollständig — und im Felde rechts herab und links hinauf zwei Worte, die Herr Karabacek ^jya* s,** liest. Eine um so scharfsinnigere Deutung, als das * durch den unkundigen Graveur wie in * gestaltet und das ;*° gequetscht ist. Von einem weuiger Achtsamen hätten leicht dieselben Elemente mit Hinzunahme noch des Halbkreises auf der rechten Seite, einer blossen Zierath als Personenname etwa r)}+#> tT? j«a* gelesen werden können. Wie aber an dieser Stelle regelmässig der Name des Prägeorts, kein Personenname steht und ausser dem des Khalifen überhaupt auf dieser Münzreihe kein solcher anuoch wahrgenommen worden ist, trifft die Lesung des Hrn. Karabacek unzweifelhaft das Richtige und es tritt damit ein neuer Münzhof Syriens an das Licht. Im Maräsid wird

das ji,*" Sj*-* als ein Städtchen und eine Gegend 5 Parasangen von Halab entfernt beschrieben, in dessen Nähe, wie Beladsori S. 149 berichtet, Abu 'Ubeida ein byzantinisches Heer schlug, und das er hierauf einnahm. Eine ausführlichere Notiz über den Ort aus dem noch unedirten Werke des 843 d. H. verstorbenen Halabensers alDschibrini (Wien. Mspt. Bl. 70 av.) verdanke ich der freundlichen Mittheilung Hrn. Karabacek's. Dort heisst es:

s.i<Xi ,y~j L$J. ^Üa/o'ii Cia ^ Lgltfl i-jj.ijj .L^ui^Lj gäyt^i« ü^i-i..«

jß. ^,i er ^93 }yäa] IHJIX [oj«3] j=d| ^y l*SI Jlfcj .

Indem -ich sowohl Hrn. Karabacek wie Hrn. Imhoof-Blumer für die gefällige Mittheilung der interessanten und ergebnissreichen Stücke meinen öffentlichen Dank ausspreche, wiederhole ich an die Besitzer von Sammlungen die Bitte de Saulcy's, dieser lange unbeachteten Münzclasse eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken und dadurch, wie die vorgeführten Beispiele darthun, deu Ausbau der Wissenschaft bestens zu fördern. Mir persönlich würde erwünscht sein, über neu aufgefundene Stücke dieser Art bald Kunde zu erhalten, weil ich so eben mit dem Abschluss einer Schrift über diese Münzsorte beschäftigt bin.

Noch sei gestattet, einiger anderer bemerkeuswerther Stücke aus der erwähnten Sendung des Hrn. Imhoof-Blumer zu gedenken: L iR Si^ aus dem Jahre 97 d. H. (715, 6 n. Chr.) mit j und einem Puncte unter dJsjjÄ. Es ist das Zweitälteste Stück dieser Stadt; das ältere vom Jahre 95 erwähnt Frähn Quinque Centur. S. 57. II. M -b-fj J. 118. III. ebendaher J. 121. IV. desgl. J. 129, V. desgl. J. 131, 6, SU^LiJL aus dem Jahre 131 d. H., ein zweites Exemplar zu Tornberg's Nuni. cufic. S. 302 No. G6a. 7. Ein omajjadischer oder abbasidischer Fils ohne Datum mit dem Glaubenssymbol, dessen erster Theil auf dem Advers als »JUI *JI "K (sie) zweimal wiederholt ist, ohne "21, und auf dem Revers mit einem starken ., über der letzten Zeile. — VIII. Vier Fatimiden-Goldmünzen a, von Mansüria um 366 d. H., wie Marsden's I. No. 207, aber mit dem von Marsden nicht erkannten (JUl sj.A*3 jfs> im innern Kreise der Vorder- und ;tjjJ| ^Uli! der Rückseite; b, von Misr J. 389, c, Iskenderia (?) J. 419 und d, von al - Mostansir billah Ma'ad Abu Tamtm J. 433. — IX. Ein Seldschuqen-Dirheiu von Oeldscheitu I. mit den Legenden wie bei Bartholomäi Lettr. III a Soret S. 48 No. 80, aber ohne den Stadtnamen ^-~^»i Achsi. — Von deu übrigen Stücken hebe ich nur noch zwei Exemplare einer neuern Kupfermünze von Mysore mit dem Mannlöwen-Bilde (Narsinga) hervor, mit „Schri" (Erhaben) in kanaresischer Schrift darüber, uud auf der Rückseite unter der kauaresischen Schrift: \y~**> S-*/*3 Münze vo n Maisur.

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UeberSontheimer's Uebersetzung des Ibn-al-Baitar.

Von
Dr. R. Dozy.

Es ist immer meine Meinung gewesen (und vor zwanzig Jahren habe ich Gelegenheit gehabt, diese auszusprechen), dass es für die orientalische Literatur nützlich sein kann, wenn man zuweilen ältere in diesem Fach erschienene Werke ausführlich bespricht; denn oftmals sind die zur Zeit der Herausgabe geschriebenen Anzeigen nicht hinreichend gewesen, um den Werth oder Unwerth der Bücher zu bestimmen, da es den Referenten an der nöthigen Zeit, den nöthigen Hülfsmitteln, zuweilen auch wohl an den nöthigen Kenntnissen fehlte.

Zu denjenigen Werken nun, welche zur Zeit ihrer Erscheinung nicht gründlich genug geprüft worden sind, glaube ich Sontheimer's Uebersetzung des Ibn-al-Baitär, wovon der erste Band 1840, der zweite zwei Jahre später herauskam, zählen zu dürfen. Das arabische Werk selbst ist ein in sehr vielen Hinsichten äusserst interessantes, denn diese Materia medica enthält sehr werthvolle Notizen über Botanik, Zoologie, Mineralogie und Medicin, oder, wenn man diesen Ausdruck vorzieht, über die Geschichte dieser Wissenschaften. Aber nicht bloss für Naturforscher, auch für Geographen und Philologen ist sie sehr wichtig. Es werden darin viele Lokalitäten genannt, die in andern Büchern selten vorkommen. Sie. bietet eine nicht unbeträchtliche Anzahl alt-spanischer und selbst alt-italienischer Wörter, welche den Romanisten willkommen sein müssen. Nicht weniger zahlreich sind die berberischen, welche bei dem jetzt aufblühenden Studium dieser Sprache gewiss Berücksichtigung verdienen. Für diejenigen endlich, die sich bemühen, die noch so äusserst mangelhafte arabische Lexicographie zu verbessern und zu bereichern, ist das Werk eine erstaunlich reiche Fundgrube, und zwar nicht bloss wegen der unabsehbaren Reihe neuer Pflanzen- und Thiernamen, welche es bietet, sondern auch wegen einer Unzahl anderer Wörter und Ausdrücke, die in unseren Wörterbüchern fehlen. Die Uebersetzung eines solchen Werkes hätte also, wie man meinen sollte, gleich bei ihrer Erscheinung die Aufmerksamkeit in hohem Grade fesseln müssen. Dies ist jedoch nicht der Fall gewesen. Selbst jetzt, nach Verlauf von beinahe

dreissig Jahren, ist das Werk, namentlich von den Philologen, fast gar nicht ausgebeutet, und zur Zeit ihrer Herausgabe ist die Uebersetzung zwar dankbar angenommen, jedoch nicht eingehend besprochen worden. Es lässt sich dies auch leicht erklären, denn die Naturforscher und Mediciner — ich meine diejenigen unter ihnen, die sich für die Geschichte ihrer Wissenschaften interessiren — waren nicht im Stande über die Treue der Uebersetzuug zu urtheilen, und die Orieutalisten, welche dazu die Befähigung gehabt hätten, waren entweder mit ihren eigenen ganz anderartigen Arbeiten zu sehr beschäftigt, um sich um Ibn-al-Baitär, dessen Werth für ihre Studien sie vielleicht nicht einmal ahnten, viel zu bekümmern, oder es fehlte ihnen zur Beurtheilung der Uebersetzung an den unentbehrlichen Ilülfsmitteln. Letzteres war namentlich der Fall bei Prof. Wüstenfeld, der, wenn mein Gedächtnis» nicht trügt, zur Zeit die ausführlichste Anzeige geliefert hat'), und dem das arabische Original nicht zu Gebote stand, so dass er sich darauf hat beschränken müssen, einige bei Bochart abgedruckte Stellen, welche aber zusammen noch keine volle Seite ausmachen, zu vergleichen.

Indessen muss bei dem Fortschritt unserer Wissenschaft die Zeit bald kommen, worin der grosse arabische Naturforscher des 13ten Jahrb. die Aufmerksamkeit des wissenschaftlichen Publicutns mehr und mehr auf sich ziehen wird. Der Nutzen, den sein Buch gewähren kann, ist zu gross und zu einleuchtend, als dass es noch viel länger so wenig berücksichtigt werde, als dies bisher, leiderI der Fall war. Dann aber wird man, der Seltenheit der Handschriften wegen, die besonders in Deutschland sehr fühlbar ist, sich der Sontheimer'schen Uebersetzung bedienen, was meistens auch bis jetzt die Wenigen thaten, welche den Ibn-al-Baitär gelegentlich anführten.

Dieser leicht vorauszusehende Umstand ist die nächste Veranlassung, welche mich bewogen hat, diese wenn auch schon alte Uebersetzung wieder zur Sprache zu bringen, denn es ist meine feste Ueberzeugung, welche ich auch von den Lesern unsrer Zeitschrift getheilt sehen möchte, dass Sontheimer's Buch weit mehr dazu geeignet ist, eine Menge Irrthümer aller Art zu verbreiten, als die Wissenschaft nach irgend welcher Seite hin zu fördern. Andererseits that es mir innig leid, ich gestehe es offen, das Werk des ausgezeichneten Gelehrten, das ich durch ein längeres Studium bewundern gelernt und lieb gewonnen hatte, auf solch eine Weise übersetzt zu sehen, wie Sontheimer es gethan hat.

Ohne Zweifel ist die Uebersetzung eines derartigen Buches keine leichte Aufgabe. Es gehören dazu vielseitige Kenntnisse. Als Mediciner, als „K. Württembergischer Generalstabsarzt", war gewiss S. mit einigen der dazu nöthigen ausgerüstet; aber entweder waren sie nicht genügend, oder sie nützten ihm nicht, wie sie es hätten thun können, weil er sie durch seinen Mangel an Aufmerksamkeit und Sorgfalt so zu sagen neutralisirte. So bat er z. B. wohl bei sehr vielen Artikeln die Linneiscben Namen der Pflanzen und Thiere hinzugefügt, aber meistens nur bei denjenigen, die sich von selbst ergaben, niimlich bei denjenigen, bei welchen lbn-alBaitär die Beschreibung des Dioscorides oder Galeims anführt. Bei andern, die selbst ein Nicht-Botaniker ohne grosse Mühe bestimmen kann, besonders wenn der Autor den spanischen Namen giebt oder sogar das in Rede stehende Wort nicht arabisch, sondern spanisch ist, hat er es versäumt. Fast unglaublich ist es, dass er selbst da, wo die spanische Benennung genau mit der lateinischen übereinstimmt, das Wort nicht erkannt hat, denn obschon er das Spanische nicht verstanden zu haben scheint, so lässt sich doch voraussetzen, dass er sicher des Lateinischen kundig war. Man braucht auch eben kein Botaniker zu sein um es z. B. wunderlich zu finden, dass aus der Indigofera Spiesse verfertigt werden (welche dann freilich sehr unschädlich sein würden), wie S. seinen Autor sagen lässt (II, 199 c)1), indem dieser nichts anderes sagt, als es werde daraus

1) Götting. gel. Anzeigen, 1841, S. 1089—1098, und 1843, S. 1659-1061.

Indigo bereitet, ^tU^Ji &JU J^Uj8). Manchmal kommt noch der

Umstand hinzu, dass S. aus zwei Artikeln seines Autors, welche über ganz verschiedene Gegenstände handeln, einen einzigen gemacht hat, entweder aus Nachlässigkeit, oder irre geleitet durch die Fehlerhaftigkeit seiner Hamburger Handschriften, die er als Naturforscher unter allen Umständen hätte, bemerken sollen. So ist (I, 254 f) der Artikel über die Haselnüsse mit dem über die Rose zusammengeworfen, so dass S. seinen Autor sagen lässt,

Haselnüsse seien Rosen Q.=> f das Pers. ylf = ^)f}\), II, 599d wird durch ein ähnliches Verfahren der Epheu plötzlich in den Attich oder Krauthollunder verwandelt; S. giebt nämlich «}£.} als Titel, was S.Äj heissen soll, das span. yedra (Hedera Helix L.), und lässt gleich darauf, mit Weglassung der Beschreibung des

Epheus und des Titels *s&t (das span. yezgo, Sambucus Ebulus L.), die Beschreibung des letzteren folgen. Das Nämliche hat bei

1) Ich muss bemerken, dass ich die verschiedenen auf einer Seite stehenden Artikel durch die Buchstaben des Alphabets andeute, jedoch in der Weise, dass, wenn eine Seite mit dem Schlüsse eines Artikels anfangt, ich diesen Schluss a nenne, dann den ersten Artikel b n. s. w.

2) S. hat wohl _>**■'! vor sich gehabt und daraus J»**j' gelesen (auch bei

'" Freytag steht unter »Uac irrig J>*i statt _S^)- Uebrigens werde ich in der

Folge nur ausnahmsweise zeigen, wie S. zu seinen Uebersetzungen gekommen ist. Bei einigen ist es unmöglich, dies zu errathen, bei anderen werden die Orientalisten es leicht bemerken.

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